Bericht der Simunyanerin Gaby Schauer

„… In den 10 Tagen die wir in East London verbrachten, haben wir sehr viele Gespräche mit Südafrikanern geführt, viele Eindrücke gesammelt, eine wunderschöne Zeit mit unseren alten südafrikanischen Freunden genossen und waren gefühlsmäßig hin-und hergerissen.
Wir haben in einem B&B in Gonubie übernachtet. Den beiden Haushaltshilfen, die dort gearbeitet haben, erzählte ich von unserem geplanten Besuch in der Kindertagesstätte Simunye und tatsächlich hatte eine Haushaltshilfe ihre 4-jährige Tochter in Simunye  untergebracht. Sie hat sich bei uns bedankt und ist froh, dass ihre Tochter das Daycarecentre besuchen kann. Sie hat insgesamt 5 Kinder, keinen Mann und sah ziemlich jung aus.
Mzamomhle ist von 12000 Einwohner auf 45000 Einwohner gewachsen. Es waren sehr viele Taxen und Menschen unterwegs, sodass ich das Daycarecentre nicht sofort finden konnte.
Bei der Ankunft haben die Kinder englische Lieder gesungen und getanzt. Es wirkte alles ein wenig inszeniert, jedoch konnten die Kinder den Text gut singen. Es war schön, die Kinder zu sehen und sie machten einen fröhlichen Eindruck.
Ich habe die neue Managerin Colleen kennengelernt, die ihre erste Woche in Simunye hatte. Sie wird  drei Vormittage die Woche kommen und ist von der katholischen Kirche. Sie freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem deutschen Simunye Vorstand. Bei unserem Besuch waren 35 Kinder da. Inzwischen gibt es Plakate in Mzamomhle, die für das Daycarecentre werben. Es gibt keine Wartelisten mehr, um in Simunye aufgenommen zu werden.
Das DaycareCentre macht einen sauberen Eindruck. Positiv zu erwähnen ist, dass es in 12 Jahren keinen Einbruch gab.
Es gibt einen Container neben dem Daycarecentre, der in nächster Zeit wegebracht werden soll. Patricia, hauptverantwortliche Projektleiterin des afrikansichen Simunye-Vorstands, sagt, Schlangen seien im und unter dem Container.
Die Erzieherin Gladys sowie die Köchin kannte ich noch von meiner Zeit in Südafrika. Sie sind froh, im Daycarecentre arbeiten zu können.
Neben dem Daycarecentre gibt es noch einen Container sowie einen kleinen Garten von der Hilfsorganisation Cotlands. Hier dürfen Kinder aus sehr benachteiligten Familien drei Vormittage die Woche verbringen und eine Art Zirkel mit sieben Stationen durchlaufen. Puzzeln, Basteln, Malen, Kneten… . Für diese Familien im Township gibt es mittlerweile monatliches Kindergeld.
Ich habe meinen Besuch genutzt, um die Finanzreports der letzten Jahre im Original einzusehen. Die Kontoauszüge der letzten Monate des Jahres 2014 konnte ich fotografieren, der Kopierer hat leider nicht funktioniert.
Einer der schönsten Momente meines Urlaubs wurde mir geschenkt, als ich das Daycarecentre gerade verlassen wollte: Schulkinder begegneten mir auf ihrem Heimweg. Darunter vier Mädchen, die vor 8 Jahren noch das Daycarecentre besuchten und sich an mich erinnerten. All unser Engagement, das der südafrikansichen Helfer sowie der unzähligen Spender aus aller Welt, besonders der aus Gaggenau schien sich mit diesem Moment auszuzahlen!
Was euch noch interessieren könnte:
  • Es gibt sehr häufig Stromausfälle in ganz Südafrika, da Energie im Land knapp ist. Durch diese Stromknappheit gibt es auch Unruhen in den Townships. In der Nähe der Merrifieldschule beim Township Nompumolelo wurden Reifen aus Protest auf den Straßen verbrannt.
  • Nachrichten zur Eröffnung des Parlaments in Kapstadt, die bekümmern:
    Abgeordnete der radikalen Economic Freedom Fighter (EFF) unterbrechen Präsident Jacob Zumas Rede der Nation. Er solle die Millionen an Steuergeld zurückzahlen, mit denen sein Privathaus regelwidrig aufgerüstet worden ist. Parlamentssprecherin Baleka Mbete von der Regierungspartei ANC schmeißt die Abgeordneten aus dem Plenarsaal. Als diese sich weigern, ruft sie Sicherheitskräfte zur Hilfe. Dutzende bewaffnete Männer stürmen den Saal, es kommt zu heftigen Prügeleien. Mit roher Gewalt zerren die Sicherheitsleute die EFF-Abgeordneten aus dem Raum… .
  • In East London wurde sehr viel gebaut: Neue Shoppingcenter, viele Häuser und natürlich auch größere Townships. Die Straßen sind schlechter geworden als vor acht Jahren, viele und große Schlaglöcher. Die Straße von Gonubie nach East London wird jedoch gerade saniert.
Das Leben in Südafrika ist teurer geworden.
Gaby Schauer im Januar 2015

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